November 22

Zeitgemäßes Onboarding: Wie neue Mitarbeitende wirklich ankommen

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Ein neuer Kollege startet motiviert und fachlich qualifiziert. Der erste Arbeitstag: ein leerer Schreibtisch, ein Stapel Formulare, ein IT-Login und der Satz: „Frag einfach, wenn du was brauchst.“
Vier Wochen später entstehen erste Zweifel. Orientierung fehlt, Rückfragen häufen sich, Leistung bleibt aus.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann erleben Sie einen Klassiker: Onboarding ohne Plan.

Ich bin Michael Fridrich, Führungs- und Vertriebstrainer, und begleite seit fast 20 Jahren Unternehmen in Veränderungsprozessen. Immer wieder zeigt sich: Onboarding entscheidet in den ersten Wochen, ob Mitarbeitende bleiben oder innerlich und später auch tatsächlich gehen. Zeitgemäßes Onboarding ist klar strukturiert, digital unterstützt und menschlich nah.

Warum klassisches Onboarding scheitert

In vielen Unternehmen folgt das Onboarding einem ähnlichen Muster: Schreibtisch, Login, Handbuch – und dann viel Glück. Die Konsequenzen sind absehbar.

  • Der neue Mitarbeitende fühlt sich allein gelassen
  • Ziele bleiben unklar
  • Feedback findet kaum statt
  • Bindung entsteht nicht

Praxisbeispiel:
Ein Vertriebsmitarbeiter kündigte bereits nach drei Monaten. Nicht wegen fehlender Qualifikation, sondern wegen mangelnder Orientierung.

Für das Unternehmen bedeutet das: rund drei Monatsgehälter Kosten plus verlorene Zeit. Klartext: Onboarding ist kein Nice-to-have, sondern der erste Führungsbeweis.

Das Buddy-System: Plan statt Zufall

Was funktioniert besser? Struktur.

Ein Buddy als fester Ansprechpartner begleitet den Einstieg, erklärt Abläufe und checkt regelmäßig:

  • Wo stehst du?
  • Was brauchst du?
  • Wo gibt es Unsicherheiten?

Der Ablauf ist klar getaktet:

  1. Tag 1: Begrüßung und Orientierung
  2. Woche 1: Interner Rundgang und Kennenlernen
  3. Woche 2: Mini-Projekt mit anschließendem Feedbackgespräch

Alle Schritte sind digital hinterlegt und für beide Seiten einsehbar. Das schafft Transparenz und Sicherheit.

Praxisbeispiel:
Ein IT-Unternehmen führte ein Buddy-System ein. Ergebnis: Die Einarbeitungszeit sank um knapp 20 Prozent, die Mitarbeiterbindung stieg deutlich.

Microlearning statt Infowüste

Niemand liest heute noch ein 40-seitiges Handbuch. Deutlich wirksamer sind kurze Lerneinheiten.

  • Fünf-Minuten-Videos zu Tools, Prozessen oder Kunden
  • Visuell, kompakt und leicht zugänglich
  • Kurze, gehirngerechte Lernimpulse

Onboarding wird so vom Pflichtprogramm zum Erlebnis.

Praxisbeispiel:
Ein Handelsunternehmen ersetzte klassische Handbücher durch kurze Videos. Ergebnis: rund 70 Prozent schnellere Wissensaufnahme und deutlich weniger Rückfragen.

Mentale Partnerschaft: der unterschätzte Faktor

Fachlich funktioniert der Einstieg oft, emotional hingegen nicht. Genau hier liegt ein zentraler Hebel.

Ein Mentorenprogramm ergänzt das fachliche Onboarding um die menschliche Ebene:

  • Wie fühlst du dich?
  • Was brauchst du, um anzukommen?
  • Wo gibt es Unsicherheiten jenseits der Aufgaben?

Diese Gespräche schaffen Vertrauen und Zugehörigkeit.

Praxisbeispiel:
Ein Industriebetrieb vernetzte neue Mitarbeitende mit Mentoren aus anderen Abteilungen. Ergebnis: eine deutlich geringere Frühfluktuation.

Zusammenfassung

Zeitgemäßes Onboarding bedeutet:

  • Strukturen geben
  • Nähe zeigen
  • Motivation sichern

Dafür braucht es keinen Konzernapparat. Es reicht, klare Buddies festzulegen, Lernpfade zu digitalisieren und Mentoren aktiv einzubinden.

Wenn Sie eine Vorlage für einen Onboarding-Plan oder Beispiele für kurze Lernmodule suchen, schreiben Sie es gerne in die YouTube-Kommentare oder senden Sie mir eine persönliche Nachricht.
Einfach Klartext für moderne Führung – umsetzbar und wirksam.

Herzliche Grüße
Michael Fridrich


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