Intuition ist für viele Menschen ein unverzichtbarer Ratgeber.

Im Privatbereich kennt fast jeder das Phänomen der inneren Stimme, die als untrüglicher Kompass oft wertvolle Hilfe bei Entscheidungen leistet. Doch im Geschäftsleben spielt sie scheinbar keine Rolle, niemand wagt es, mit ihr Entscheidungen zu begründen. Was zählt, sind nur Daten, Fakten und rationale Überlegungen. Dabei kann es auch im Businessbereich ratsam sein, auf seine innere Stimme zu hören.
Doch was macht eigentlich Intuition aus, wodurch entsteht sie? Die innere Stimme speist sich aus den im Gehirn tief verankerten, unbewussten Kompetenzen und Wissensanteilen, die man im Laufe des Lebens angesammelt hat. Sie tritt in drei verschiedenen Formen in Erscheinung:

  1. Am bekanntesten sind spontan auftretende Körpersignale, die in bestimmten Situationen wahrnehmbar sind. Beispiele hierfür sind das berühmte Bauchkribbeln oder eine sich ausbreitende Wärme im Körper, wenn wir uns auf einen Menschen oder eine Situation freuen. Steht uns jedoch eine negative Begegnung bevor oder treffen wir einen unangenehmen Menschen, kann dieses Gefühl sehr schnell als flauer Magen, als Kloß im Hals oder als kalte Hände empfunden werden. Diese Signale sind in der Neurophysiologie als „somatische Marker“ bekannt.
  2. Den sogenannten Geistesblitz kennt auch fast jeder. Er taucht meist überraschend auf und bringt die manchmal bereits lang ersehnte zündende Idee für die Lösung eines Problems. Er hat dann die besten Chancen, wenn man nicht mehr über der Problemlösung brütet, sondern sich mit etwas völlig anderem beschäftigt. Kreativitätsforscher nennen dieses Phänomen „Inkubation“ und empfehlen diese Strategie ganz bewusst, um dem Gehirn genügend Freiraum für neue Ideen zu geben und die gedankliche Blockade aufzuheben.
  3. Die dritte Erscheinungsform der inneren Stimmeist das tief verankerte Handlungswissen. Jeder kennt vielleicht das Erlebnis, dass man manchmal völlig automatisch, fast wie in Trance, eine bestimmte Strecke mit dem Auto fährt, plötzlich wieder „aufwacht“ und nicht mehr weiß, wie wir es bis hierher geschafft haben, weil wir mit den Gedanken völlig woanders waren.
    Die Intuition hilft bei wichtigen Entscheidungen, vor allem dann, wenn man es mit völlig widersprüchlichen Informationen oder einer besonders komplexen, auch belastenden Situation zu tun hat. Die innere Stimme zapft in diesen Momenten unbewusst vorhandene Kompetenzen und
    Erfahrungen an und „rät“ zu einer bestimmten Entscheidung, die jedoch nicht rational oder durch Fakten begründbar ist.

Manche Menschen haben einen guten Zugang zu ihrer inneren Stimme, andere spüren selten deren Signale. Wie kann man wieder Zugang zu ihr finden und sie in den entscheidenden Momenten wahrnehmen? Hierfür gibt es einige Übungsmöglichkeiten.

Vielen hilft es, wenn sie ihrer inneren Stimme eine Persönlichkeit verleihen, sich also jemanden konkret vorstellen, der zu einem spricht. Das kann ein verstorbenes Familienmitglied oder eine Person, die man als Vorbild im realen Leben kennt, sein. Mit dieser gedanklich und emotional konstruierten Person kann man in einen inneren Dialog treten – wie man es mit sich selbst auch oft macht – und immer wieder ein Zwiegespräch über die eigenen persönlichen Herausforderungen suchen.

Die eigenen Körpersignale können ebenfalls ein wichtiger Ratgeber sein, wenn es um anstehende Entscheidungen geht. Es lohnt sich, den eigenen Körper und seine Signale wieder bewusster wahrzunehmen und täglich auf ihn zu achten. Am Anfang kann es sehr nützlich sein, diese wahrgenommen Körpersignale in einem kleinen Tagebuch zu notieren, um die eigene Körpersensibilität und damit den Zugang zur eigenen Intuition zu schärfen.